Chronik der Jägervereinigung Kahlgrund e.V.

 


Die Wurzeln von jagdlichen Vereinigungen und damit auch die der Jägervereinigung Kahlgrund e. V. gehen zurück bis in den März 1875. Damals wurde in Dresden auf Initiative gleichgesinnter Jäger der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein  gegründet. Ausschlaggebend dafür waren der Wunsch nach einem gemeinsamen Vorgehen gegen die zunehmende Wilddieberei, die Forderung nach einer waidgerechten Jagd, also die Einbeziehung des Tier- und Naturschutzes in die praktische Jagdausübung, sowie der Schutz des abnehmenden Wildbestandes durch einheitliche Schonzeiten.
Die Forderung nach Schutz des Wildes, das immer weniger wurde, führte dann auch kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1947, zur Gründung von neuen Jagdverbänden in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone.1949 wurde dann der Deutsche Jagdschutzverband als Nachfolgeorganisation des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins ins Leben gerufen. Zwar bestanden damals noch erhebliche Einschränkungen im Hinblick auf Waffenbesitz und Jagdausübung, doch mit der Gründung war der Weg frei für die Bildung von Jagdverbänden auf Landes- und Kreisebene.
In das Jahr 1949 fällt auch die Geburtsstunde der „Kahlgrund“-Kreisgruppe. Gleichgesinnte Jäger aus dem Altlandkreis Alzenau schlossen sich zusammen, und dank des Engagements einiger Mitglieder wuchs dieser Verein sehr schnell und erfreute sich sehr bald großer Anerkennung. So konnte bereits zehn Jahre später auch eine Jagdhornbläser-Gruppe in der JVK gegründet werden.
Entscheidenden Einfluss auf die positive Entwicklung der Kreisgruppe hatten u.a. die Waidgenossen Forstamtmann Adolf Zöller (Vormwald) und Realschuldirektor Heinz Bucher (Alzenau). Die schriftlichen Annalen beginnen erst 1966 mit der Einführung eines Protokollbuchs – damals war Bucher Vorsitzender, und der Jahresbeitrag lag bei 24 DM. Dennoch mussten damals mehrfach Mitglieder ausgeschlossen werden, weil sie ihren Beitrag nicht bezahlt hatten ... 1969 drehte sich das  Vorstandskarussell: Der bisherige Vize Dr. Horst Bloett wurde 1. Vorsitzender, Heinz Bucher sein Stellvertreter. Im gleichen Jahr begann die Kreisgruppe mit der Errichtung eines Tontaubenschießstands bei Sommerkahl. Ein Jahr später wurde Adolf Zöller nach dem Tod von Heinz Bucher 2. Vorsitzender. Seit 1975 etwa ist die Trophäenschau, bis dahin an wechselnden Standorten durchgeführt, beim Blankenbacher Turnverein beheimatet, wo sie auch heute noch stattfindet. Im Mai 1982 feierten Kreisgruppe und Bläsergruppe das 35-jährige bzw. 25jährige Bestehen in Alzenau mit einem gelungenen Fest und einer Ausstellung in der Burg. Zwei Jahre später übernahm Peter Herok (Heinrichsthal), heute Kreisjagdberater, da Adolf Zöller 1981 verstorben war, das Amt des 2. Vorsitzenden. An Zöller und seine Verdienste erinnert ein Gedenkstein der Jägervereinigung nahe der Rodberghütte Schöllkrippen. 1986 konnte die Bläsergruppe der JVK unter Hornmeister Richard Wilz bei der Jagdausstellung „Wildtier und Umwelt“ in Nürnberg Gold in ihrer Klasse erzielen.
1987 gab die Kreisgruppe den Schießstand in Sommerkahl auf – die Auflagen erschienen zu hoch und nicht finanzierbar. 1996 wurde Christoph Plagwitz (Alzenau) zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt, da Dr. Bloett schwer erkrankt war. Ihm zur Seite stand Nikolaus Sticksel (Alzenau), der damit Nachfolger des verstorbenen Gustav Wissel (Mömbris) wurde. Sticksel wurde 1997 von Helga Hussi (Blankenbach) abgelöst, da er beruflich ins Ausland ziehen musste. Seit 2007 steht Dr. Klaus Bsonek (Kleinostheim) an der Spitze der Jägervereinigung; seit der Hegeschau 2010 ist Matthias Braun (Alzenau) 2. Vorsitzender, Helga Hussi wechselte in das Amt des 1. Schriftführers. Frau Hussi erkrankte schwer ( und verstarb leider in 2013) und so übernahm Burkhard Merget (Karlstein) 2013 das Amt des 1.Schriftführers.
Derzeit sind in der nun über 60 Jahre alten Kreisgruppe rund 230 Mitglieder organisiert, die den Kahlgrund und den ehemaligen Forstamtsbereich Heigenbrücken bejagen und in vier Hegegemeinschaften organisiert sind. Der Bereich Heigenbrücken wurde erst  2006 der Jägervereinigung „Kahlgrund“ angeschlossen.
Die JVK ist seit Anbeginn Mitglied im Landesjagdverband Bayern und damit Teil  eines anerkannten Naturschutzverbandes. Das stete Engagement ihrer Mitglieder zur Verbesserungen der Lebensräume des Wildes, die natürlich allen frei lebenden Tieren zugute kommen, die Anlage von Hecken, Wildschutzzonen und Wildäckern, Streuobstbeständen und Feldgehölzen sind ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Umweltschutz. Dieser Einsatz der Kahlgrund-Jäger wurde besonders gewürdigt  durch die Verleihung des Bayerischen Umweltpreises – die Kahlgründer waren die erste Kreisgruppe, die diese neugeschaffene Auszeichnung des Freistaats in Empfang nehmen durften!
Die Jungjägerausbildung über die vier Jahreszeiten hinweg hat in der JVK ebenfalls eine lange Tradition, für die vor allem die Ausbildungsleiter Erhard Birke, Hubert Popp, Wunibald Reinhardt und Matthias Braun stehen. Nicht nur aus dem Kahlgrund, sondern auch aus dem benachbarten Hessen und den umliegenden Landkreisen und Städten haben schon viele Jungjäger dank der erstklassigen und fundierten Ausbildung das „Grüne Abitur“ bestanden. Seit dem Jahr 2007 kommt dazu die mehrwöchige Ausbildung von Jagdaufsehern, ein Angebot, das bayernweit das allererste war und zum „zertifizierten Jagdaufseher“ führt. Nur am Rande erwähnt seien Aktivitäten einzelner Jäger wie „Lernort Natur“ für die örtlichen Kindergärten und Schulen, die Jagdhundeausbildung mit einer sehr engagierten Gruppe, die Beteiligung an den Alzenauer Holztagen, Veranstaltungen zur Weiterbildung der Jäger wie etwa in diesem Jahr ein Informationsabend über Wildschadensregulierung, aber auch die alljährliche Hubertusfeier. Unverzichtbar hierbei, aber auch bei vielen anderen Anlässen sind die Jagdhornbläser, eine ca. 20-köpfige Gruppe, zu der bei Bedarf auch noch die Bläser aus Eschau stoßen. Ihre Hubertusmessen, zelebriert in den Gotteshäusern des Kahlgrunds, füllen jede Kirche bis auf den letzten Platz.

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Die Jägervereinigung Kahlgrund e.V. ist beim Amtsgericht Aschaffenburg im Vereinsregister des Registergerichts Aschaffenburg unter der Nummer VR 100 77 eingetragen.

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